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10.03.2006 Digitales Satellitenfernsehen bald verschlüsselt?
Ginge es nach dem Willen von SES Astra, Europas größtem Satellitenbetreiber, soll für das bislang unverschlüsselte digitale Satellitenfernsehen schon bald eine Gebühr in Höhe von rund fünf Euro im Monat fällig werden.

Schon ab 2007 soll digitales Satellitenfernsehen nicht mehr - wie bisher - unverschlüsselt und kostenlos empfangen werden können. Das gab Astra-Chef Ferdinand Kayser gegenüber dem Handelsblatt bekannt. In Deutschland wären davon mehr als sechs Millionen Haushalte betroffen. Im Gespräch ist eine monatliche Gebühr von bis zu fünf Euro.

Zusätzlich müssten die Kunden eine einmalige Freischaltgebühr von voraussichtlich zehn Euro bezahlen. Über die monatliche Gebühr hinaus bräuchten die Zuschauer außerdem eine Smartcard (Zugangskarte) und ein passendes Empfangsgerät (Decoder/Set-Top-Box). Etwa zwei Millionen Haushalte bräuchten überdies neue Decoder, weil ihre alten Geräte nur unverschlüsselte Programme verarbeiten können. Zum Dechiffrieren ist ein Einschub für Smartcards erforderlich, über den nur besser ausgestattete Receiver verfügen. Die neuen Geräte müssten die Kunden dann selbst kaufen. Für eine Übergangszeit von ein bis zwei Jahren wolle Astra aber voraussichtlich die Programme parallel auch weiter unverschlüsselt ausstrahlen.

Mit ihren Verschlüsselungsplänen hatten die Privatsender und der Satellitenbetreiber die Wettbewerbshüter auf den Plan gerufen. Das Bundeskartellamt prüfte einen Verdacht auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob die technische Einrichtung der Decoder zur Marktabschottung genutzt werden könne. Mitte März lag nun die Entscheidung des Bundeskartellamtes vor, wonach die von SES Astra angekündigte Gebühr für Satellitenfernsehen als kartellrechtlich unbedenklich eingestuft wurde. Nun müsse allerdings weiter geprüft werden, ob Astra, RTL und ProSiebenSat.1 technische Spezifikationen für Decoder festgelegt hätten, die manche Hersteller von Boxen ausgrenze, was dann allerdings einer Kartellabsprache gleichkäme. Das Kartellamt ist derzeit noch dabei, diesen Sachverhalt zu prüfen.

Quelle: FRK Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen
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