 Berlin, 24. Juli 2008 - Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) befürchtet, dass die Energieeinsparverordnung ins Leere läuft. Denn die Einspareffekte, die die vom Gesetzgeber geforderten energetischen Modernisierungen bringen sollen, würden durch die hohen Preisanstiege zunichte gemacht. Schuld daran sind nach Meinung des Verwalterverbands in erster Linie die Mineralölkonzerne.
„Der Bürger wird von den Mineralölkonzernen geschröpft“, empört sich DDIV-Präsident Wolfgang D. Heckeler. Sobald der Steuerzahler ein wenig mehr Geld in der Tasche habe, drehe die Ölbranche weiter an der Preisschraube. „Dadurch sorgen die Öl-Multis dafür, dass die Energieeinsparverordnung ins Leere läuft“, so Heckeler weiter. Obwohl allein die Wohnungseigentümergemeinschaften der DDIV-Verwalter jährlich rund 2,1 Milliarden Euro für Instandhaltung, Sanierung und Modernisierung aufwenden, zahle sich dies immer weniger aus.
Die Kosten für die energetische Modernisierung eines Mehrfamilienhauses mit 860 Quadratmetern Wohnfläche belaufen sich auf etwa 180.000 Euro. Einer jetzt vorgelegten Studie des Instituts Wohnen und Umwelt zufolge amortisiert sich diese Investition bei selbst genutztem Wohnraum erst nach 20 Jahren, bei Vermietung teilweise noch später. Trotzdem steigen nach Ansicht des Verwalterpräsidenten jedes Jahr die Investitionen für Wärmedämmung, neue Heizsysteme und regenerative Energien. Die Einspareffekte jedoch fielen durch rasant steigende Energiepreise immer geringer aus. „So konterkarieren die Mineralölkonzerne das ganze integrierte Klimaschutzpaket der Bundesregierung. Das Bundeskartellamt“, so Heckelers Forderung, „muss endlich handeln und etwas gegen die überzogenen Ölpreise unternehmen.“
Um 2,8 Prozent sind die Löhne und Gehälter der Deutschen im ersten Quartal 2008 gestiegen. Allerdings haben die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent zugelegt. Dem Statistischen Bundesamt zufolge sind für das Minus im Geldbeutel der Bürger vor allem die starken Preissteigerungen bei Heizöl und Kraftstoffen verantwortlich. Im Juni hat Heizöl je nach Bundesland um 57,3 bis 69,3 Prozent mehr gekostet als im Vorjahr.
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