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26. September 2011: Präsidium des DDIV zieht nach Wiederwahl Zwischenbilanz
Das Basiscamp ist erreicht
Präsidium des DDIV zieht nach Wiederwahl Zwischenbilanz
Verwaltertag2011
Impressionen

Auf den diesjährigen Verwaltertagen des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter (DDIV), die vom 22. bis 24. September in Berlin stattfanden, hat die Delegiertenversammlung der Landesverbände ihrem Präsidenten das Vertrauen ausgesprochen und ihn für eine zweite Amtszeit bestätigt. Neben Präsident Wolfgang D. Heckeler gehören dem Präsidium weiter an: Vizepräsident Steffen Haase (Augsburg), Werner Merkel (Neu-Isenburg), RA Dietmar Strunz (Chemnitz) und Ralf Michels (Hamburg). Die Delegierten honorierten damit die Verdienste des Präsidiums beim Ausbau des Verbandes. Grund genug, Zwischenbilanz zu ziehen. Wo steht der DDIV? Was hat sich in den vergangenen fünf Jahren getan, was sind die Forderungen an die Politik? Vor mehr als 500 Teilnehmern skizzierte der frisch gewählte Präsident künftige Aufgaben des Verbandes.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Mitgliederzahl des DDIV um mehr als ein Drittel erhöht. Mit mehr als 1.500 Mitgliedsunternehmen ist der Verband mittlerweile der größte Spartenverband der Immobilienbranche. Das Ziel des Präsidiums ist es, die neue Amtszeit mit mindestens 2.000 Mitgliedsunternehmen zu beenden. Eine durchaus realistische Einschätzung, denn bislang ist der Verband jährlich um mehr als acht Prozent oder in Zahlen um rund 100 Mitglieder gewachsen. Was macht den DDIV so erfolgreich in einer Zeit, in der viele Verbände, auch in der Immobilienwirtschaft, mit abnehmenden Mitgliederzahlen und so mit schwindender Bedeutung zu kämpfen haben?
„Unser Erfolg beruht auf der kontinuierlichen und professionellen Arbeit des Dachverbandes und seiner Landesverbände. Anspruchsvolle Weiterbildungsprogramme, passend aufbereitete Informationen zur Branche und ein intensiver Austausch untereinander bilden eine belastbare Basis“, weiß Wolfgang D. Heckeler, wiedergewählter Präsident des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter. „Unser überproportionaler Mitgliederzuwachs und der Ausbau der Premium- und Kooperationspartnerschaften zeigen, dass der DDIV auf einem guten Weg ist, weiterhin die richtigen Themen zu besetzen. Außerdem sind wir in der Hauptstadt bestens aufgestellt. Nah an der Politik, denn nur so können wir uns nachhaltig für die Belange unserer Mitglieder einsetzen und für gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen und politische Glaubwürdigkeit sorgen“, so Heckeler.

Forderungen an die Politik

Dank eines kontinuierlichen Dialogs sind der Politik die Forderungen des DDIV bestens bekannt. Neben der Einsichtnahme ins elektronische Grundbuch (Abteilung I), eine ausreichende finanzielle Förderung bei energetischer Sanierung und die Harmonisierung von Wohneigentums- und Mietrecht gehört dazu auch die Schaffung von Zugangsvoraussetzungen für die Tätigkeit des Immobilienverwalters. Um die zentralen Forderungen der Branche auf eine rechtliche Basis stellen zu können, hat der DDIV ein Verfassungsgutachten in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten prüft, welche Zugangskriterien, insbesondere vor dem Grundgesetz bestehen können, um später in ein Gesetzgebungsverfahren eingespeist zu werden. Das Ergebnis: Die Einführung einer Versicherungspflicht für Immobilienverwalter. Hier sieht das Gutachten den Gesetzgeber in der Pflicht. Für die praktische Umsetzung dieser Forderung nach einer verbindlichen Vertrauens- und Vermögensschadenshaftpflichtversicherung fordert der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter, einen neuen Paragraphen in die Gewerbeordnung aufzunehmen und diese als Zugangsvoraussetzung für alle neu am Markt tätigen Immobilienverwalter zu implementieren. Damit leistet der Spitzenverband der deutschen Immobilienbranche einen wichtigen Beitrag zum praktischen Verbraucherschutz sowie zur nachhaltigen Qualitätssicherung.
„Wir lassen nicht locker! Wir wollen Zugangsvoraussetzungen für die Tätigkeit des Immobilienverwalters! Diese Forderung werden wir weiter aussprechen“, betont Wolfgang D. Heckeler entschieden die Ziele des DDIV. „Wir müssen unseren Berufsstand und auch die Verbraucher schützen und sie vor Schaden bewahren. Das geht aber nur mit und nicht gegen die Politik. Dabei wissen wir sehr wohl, dass es Jahre dauern kann, bis unsere Forderungen vom Gesetzgeber gehört werden. Grund genug, nicht leiser zu werden“, so Heckeler weiter.

Kreditvergabe an Wohnungseigentümergemeinschaften

Ein weiterer Schwerpunkt des politischen Engagements des DDIV wird weiterhin das Thema „KfW-Förderung und WEG-Kreditvergabe“ sein. Die Dringlichkeit dieses intensiven Einsatzes bestätigt auch eine Umfrage von KfW und DDIV unter mehr als 150 Mitgliedsunternehmen: Die relevanten Förderprogramme sind vielen Immobilienverwaltern und Eigentümergemeinschaften nur wenig bekannt. Mehr als die Hälfte der Befragten kennen sich schlecht oder gar nicht mit den KfW-Programmen aus. So erstaunt es nicht, dass diese Kreditangebote bislang verhältnismäßig wenig genutzt werden. Mehr als die Hälfte der Befragten haben die Förderung bislang nur selten oder gar nicht in Anspruch genommen. Das Informationsdefizit hat erhebliche Auswirkungen: So betonten 60 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen, dass sie das Antragsverfahren für zu aufwendig hielten. Für mehr als die Hälfte steht die Suche nach Produktinformationen in keinem zeitlichen Verhältnis zum Nutzen und ein Drittel gibt Probleme mit der Hausbank als Hindernis für einen Förderungskreditantrag an.

„Die Umfrageergebnisse zeigen deutlichen Handlungsbedarf auf. Gemeinsam mit der KfW wird es künftig Informationsveranstaltungen für Interessierte geben. Das steht bereits fest. Zudem müssen Ablauf und Procedere deutlich vereinfacht werden. Doch auch der Gesetzgeber ist in der Pflicht. Zumindest ist es im Interesse aller, wenn der Bund auch darüber nachdenkt, das Bankendurchleitungsprinzip aufzuheben – es blockiert da, wo rasche Unterstützung wichtig ist“, resümiert Präsident Wolfgang D. Heckeler. Zwar können nach dem 2007 novellierten WEG Wohnungseigentümergemeinschaften theoretisch Kredite und KfW-Förderungen in Anspruch nehmen, beispielsweise für eine energetische Modernisierung, doch eine Eigentümergemeinschaft hat in der Praxis kaum die Möglichkeit, Sicherheiten zu stellen beziehungsweise die Banken grundbuchlich abzusichern. Von dieser bürokratischen und politisch nicht gewollten Modernisierungsblockade sind alle Besitzer von Eigentumswohnungen in Deutschland betroffen.

Chance genutzt: DDIV steht hinter Mietrechtsnovelle

Eindeutig genutzt hat die Bundesregierung den angebotenen Dialog beim Thema Mietrecht. Der offiziell vorgelegte Referentenentwurf aus dem Bundesjustizministerium, der im Mai dieses Jahres vorgestellt wurde, wird vom DDIV vollauf mitgetragen. Insbesondere die Aussage im Gesetzentwurf, dass die energetische Modernisierung vom Mieter grundsätzlich zu dulden ist, ist ein richtiges und zugleich wichtiges Signal für die Verwalterwirtschaft. Hiermit kommt der politische Wille zum Ausdruck, die energetische Modernisierung des Wohnungsbestandes zu forcieren.

Chance vertan: Steuerliche Förderung von Sanierungsmaßnahmen

Mit Unverständnis bewertet der DDIV hingegen das gescheiterte Gesetz zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden. Es war eine große Chance für die Bundesregierung ihr eigenes Energiekonzept 2050 voran zu bringen. Der Bundesrat hatte im Juli dieses Jahres dem Gesetzesentwurf aber nicht zugestimmt, da die Bundesländer mögliche Steuerausfälle nicht tragen wollten. Für den Anruf des Vermittlungsausschusses kam ebenfalls keine Mehrheit zustande. Wenn die im Energiekonzept der Bundesregierung geforderte Sanierungsrate von zwei Prozent pro Jahr erreicht werden soll, müssen zudem im Bundeshaushalt 2012 mehr Mittel für die energetische Gebäudesanierung bereitgestellt werden als die nun vorgesehenen 1,5 Milliarden Euro jährlich. Die Bundesvereinigung der Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) schätzt hingegen einen Wert von 5 Milliarden Euro als realistische Marke ein. Der DDIV als Mitglied der BSI unterstützt dieses Vorhaben.

„Unser Ziel für die nächste Amtszeit ist es, die Politik weiterhin für unsere Themen zu sensibilisieren, damit die Anzahl der Fehlentscheidungen für unsere Branche deutlich zurückgehen. Hier haben wir mit unserer Aufstellung das Basiscamp erreicht, nun gilt es, die Höhenmeter anzugehen“, resümiert Heckeler. „Damit uns dabei nicht die Luft ausgeht, haben wir uns als Verband und Repräsentanz unserer Branche im Zentrum der politischen Macht in Berlin neu aufgestellt. Damit erhöhen wir auch den Druck auf die Politik. Es ist an der Zeit, neue Zeichen zu setzen. Wir sind bereit“, schließt der DDIV-Präsident.

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