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Aus- und Fortbildung
Lehrgang Haus- und Grundstücksverwalter/in (gtw/DDIV))
E-Learning mit RiQ.ViA
Ausbildung
Formelle Qualifikationsvorschriften über die Ausbildung in der Immobilienverwaltung gibt es nicht. Wer in Deutschland das Berufsziel Immobilienverwaltung ansteuert, kommt aber über Umwege durchaus ans Ziel.

Von der Pieke auf einen Beruf zu erlernen und sich damit eine solide Basis zu schaffen, hat noch nie geschadet. Auch in der Immobilienverwaltung kann es von Vorteil sein, den klassischen Ausbildungsweg zu wählen, sprich: zunächst eine Lehre in einem Ausbildungsbetrieb zu machen. Doch derer gibt es in Deutschland wenige. Hierzulande sind Immobilienverwaltungen meist kleine Unternehmen mit einem durchschnittlichen Bestand von circa 1400 Wohnungen und vier bis sechs Angestellten. Ausbildungsplätze sind daher rar gesät, die Nachfrage liegt weit über dem tatsächlichen Angebot.
Leider sind auch Industrie- und Handelskammern nicht ganz unschuldig an dieser Situation, fordern sie doch von Betrieben in der Branche schon seit Jahren Mindestausbildungsvergütungen zu bezahlen, die deutlich über denen vieler anderer Branchen liegen.
Der Bildungsweg zum Immobilienverwalter

Basis

Empfehlenswert ist die Grundausbildung zum/zurImmobilienkaufmann/Immobilienkauffrau). Sie wird ergänzt durch den speziellen Abiturientenweg zum/zur Immobilienassistenten/Immobilienassistentin.

Aus- und Weiterbildung

Wer bereits einen Grundstock vorweisen kann, dem bieten sich einige andere Perspektiven. Auch Seiteneinsteiger können diesen Weg wählen, werden sich aber ohne jegliche Kenntnisse im kaufmännischem Bereich schwer tun. Dennoch hat sich inzwischen im mittleren Bildungsweg der Abschluss zum Fachwirt und neuerdings auch zunehmend zum Immobilienökonom etabliert. Beide werden von privaten Akademien, die in der Regel mit einem Verband in der Immobilienwirtschaft kooperieren, angeboten und kosten Geld, das die Absolventen aus eigener Tasche aufbringen müssen. Die errungenen Titel sind mit der ausbildenden Akademie oder mit der IHK verbunden.

Akademischer Ausbildungsweg

Wer diesen Weg wählt, erreicht sein Ziel über Universitäten, Hochschulen (früher: "Fach"-hochschulen) und die Berufsakademien. Letztere gibt es allerdings nicht in allen Bundesländern.

Alle genannten Wege schließen mit den hierzulande üblichen akademischen Abschlüssen Dipl.-Kaufmann/Kauffrau und Dipl.-Betriebswirt ab. Bislang geht aus diesen Titeln nicht die Spezialisierung des Studienfaches (z.B. Immobilienwirtschaft) hervor. Nicht der akademische Grad mit einem immobilienwirtschaftlichen Titel ist daher maßgeblich, sondern allein die Studieninhalte sind entscheidend. Dieser akademische Ausbildungsweg ist (bisher) im Regelfall nicht an von den Studenten zu bezahlende Studiengebühren geknüpft.
Die Zielsetzung des DDIV

Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter e.V. fühlt sich gemeinsam mit seinen Regionalverbänden in der Pflicht, das Qualitätsniveau seiner Mitglieder - und der Immobilienverwaltung in Deutschland allgemein - zu verbessern.
Deshalb werden pro Jahr u.a. 60 bis 70 Veranstaltungen für Mitglieder mit fachbezogenen Themen durchgeführt. Angefangen bei der Lehrlingsausbildung bis hin zum Lehrgang Geprüfte/r Haus- und Grundstücksverwalter/in (gtw/DDIV), den der DDIV gemeinsam mit der gtw Weiterbildung GmbH seit 2007 durchführt, will der Verband die Ausbildungsqualität anheben.

Auch das Thema E-Learning will der Verband angehen. So wird derzeit über die Beteiligung an einem Gemeinschaftsprojekt des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation und der LEG Landesentwicklungsgesellschaft Baden-Württemberg diskutiert: die Lernanwendung RiQ.ViA - Verwalter in Aktion.

Heute sind Wissen und Qualifikation, auch für Immobilienverwalter, nicht zuletzt angesichts der Konkurrenz auf europäischer Ebene, wichtiger denn je. Die Ansprüche an Verwaltungsunternehmen steigen kontinuierlich an. Wer im Markt bestehen will, tut gut daran, über den Tellerrand - jenseits der Wohnungseigentumsverwaltung - zu schauen. Wenn Unternehmen die vom Markt geforderten Qualitätsstandards erreichen oder halten wollen, genügt es nicht, dass nur in der Chefetage das Wissen regelmäßig aktualisiert wird! Die gesamte Mannschaft sollte auf ein hohes und aktuelles Wissensniveau gehievt werden. Eine fundierte Ausbildung tut daher auch in der Immobilienverwaltung dringend Not! Der DDIV zeigt Initiative.
Bündelung der Interessen bei der Ausbildung

Neben dem DDIV bieten auch andere Verbände diverse Aus- und Fortbildungsmaßnahmen an. Eines jedoch steht fest: Die Anstrengungen, nationale Ausbildungs- und Qualitätsstandards für Immobilienverwalter zu schaffen, die - was zu wünschen ist - auch in berufsschützende, staatliche Maßnahmen münden, kann von einzelnen Institutionen oder Verbänden im Alleingang nur sehr schwer erbracht werden. Deshalb ist es notwendig, viele einzelne Bemühungen, auch über Verbands- und Institutsgrenzen hinweg, sinnvoll zu bündeln.

Der DDIV hat inzwischen auch in der Bundesarbeitsgemeinschaft der deutschen Immobilieniwrtschaft dieses Thema zur Diskussion gestellt.
Meinung: Prof. Dr. Hansjörg Bach

Über die Rechtslastigkeit der Immobilienverwaltung

"Eine Frage sollte in der Branche zukünftig im Zusammenhang mit der Ausbildung in der Immobilienverwaltung unbedingt angegangen werden: Wo liegen Ursache und Wirkung der Rechtslastigkeit der Immobilienverwaltung? Die WEG Verwaltung hat sich in einem - wie ich glaube - beklagenswerten Umfang auf juristische Fragestellungen konzentriert. Dies hat der Eigentumswohnung als hervorragende Anlagemöglichkeit nicht genutzt, eher geschadet. Liegen die Gründe für diese Entwicklung wirklich nur in der Streitfreudigkeit der Eigentümer? Beobachtet man die Themenstellung von Veranstaltungen im Verwalterbereich, könnte man glauben, dass es einen WEG Verwalter besonders auszeichnet, wenn er sich mit der neuesten WEG Rechtssprechung auseinandersetzt. Diese - wie ich meine - wenig glückliche Entwicklung hat auch den Tätigkeitsrahmen des Immobilienverwalters, der sein Kerngeschäft in der WEG Verwaltung hat, bewusst oder unbewusst eingeschränkt. Es hilft in der Tat bei der Verwaltung von Gewerbeeinheiten wenig, wenn sich ein Verwalter bestens in der WEG Rechtssprechung auskennt. Gleiches gilt für die Verwaltung von Wohnimmobilien, die nicht im Rahmen des Wohneigentumsrechts verwaltet werden. Eigentlich müssten aber die Immobilienverwalter, wenn sie sich nicht in ihrer Tätigkeit selbst beschränken, die geeigneten Anbieter zum Beispiel für das Facility Management jedweder Art von Immobilien sein. Wenn sich die technische Fachwelt und die Welt der Dienstleister, die sich mit Immobilien beschäftigt, des Konzepts des Facility Managements bedient, um ihre immobilienwirtschaftlich relevante Tätigkeit auszudehnen, sollte die Verwalterbranche gleiches tun." (Der Immobilienverwalter, 2/2004, S. 114 f.)

Prof. Hansjörg Bach ist Leiter des Studiengangs Immobilienwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen

Literatur & Links

Fernunterricht Immobilienverwalter
Das EBZ ist der größte Anbieter von Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Europa. Es versteht sich als moderner Bildungsdienstleister für die gesamte Immobilienwirtschaft von der Erstausbildung bis zur Führungskräfteentwicklung. Zum EBZ gehören heute das EBZ Berufskolleg, die EBZ – Akademie für Weiterbildung mit umfassenden Fortbildungs-, Seminar- Tagungs- und Fernunterrichtsangeboten, die EBZ Business School – eine staatlich anerkannte private Hochschule sowie das Forschungs- und Beratungsinstitut InWIS. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.e-b-z.de.



Azubi-Kampagne
Nicht nur Deutschland ist von immer weniger Nachwuchs betroffen, sondern auch die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft: Durch den demografischen Wandel droht unserer Branche zunehmend ein Fach- und Führungskräftemangel!

Um dieses Problem so früh wie möglich aktiv anzugehen und die Personalressourcen auch zukünftig zu sichern, hat der GdW die Initiative ergriffen und zusammen mit den Regionalverbänden eine breit angelegte Azubi-Kampagne entwickelt. Diese Kampagne soll junge Menschen für den Ausbildungsberuf Immobilienkauffrau/-mann gewinnen und Lust auf die Branche machen. Am 16. Juni 2009 wird Ihnen die Kampagne auf dem GdW Forum 20 im Berliner Olympiastadion in exklusivem Rahmen präsentiert und geht damit auch offiziell an den Start. Merken Sie sich diesen großen Event-Termin unbedingt schon vor und seien Sie gespannt auf die neue Azubi-Kampagne!
http://www.azubi-kampagne.de

Die Ausbildung in der Immobilienwirtschaft war thematischer Schwerpunkt in
Der Immobilienverwalter, Ausgabe 2/2004

Schulte, Karl-Werner ; Schulte-Daxbök, Gisela: Aus- und Weiterbildung für Immobilienberufe. In: Schulte, Karl-Werner (Hrsg.): Immobilienökonomie. Bd. 1 : Betriebswirtschaftliche Grundlagen. 4. Aufl. München : Oldenbourg, 2008, S. 71-89 http://www.oldenbourg-wissenschaftsverlag.de

Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Durchstarten - von der Erstausbildung bis zum akademischen Abschluss, Gdw Arbeitshilfe 45, Dezember 2003 (Bestellung unter )

Ausbildungsmöglichkeiten der Immobilienmanager - Der richtige Einstieg zum qualifizierten Aufstieg, ein Beitrag von Prof. Dr. Wolfgang Pelzl Download (PDF)

Harter Wettbewerb bei Fortbildungsangeboten für Nachwuchskräfte der Immobilienbranche, in DIE WELT vom 13. November 2003 www.welt.de
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